An die Nachwelt

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[undatiert]
Chulda
Für Euch wird das unverständlich sein – dieser Brief, diese Wörter und die Bilder, die sie beschreiben, werden nicht in Euer Bewusstsein dringen. Und das wundert mich überhaupt nicht, da ja selbst ich, die ich mir dieser Dinge vollends bewusst bin, nicht in der Lage bin, eine solche Grausamkeit zu glauben. [...] Ich bin 23 Jahre alt und in meinem Herzen klafft seit eineinhalb Jahren dieser Schmerz, und doch würde ich gerne leben, um den Tod und die Qualen Igos zu rächen. Doch es ist nicht möglich. Und deshalb schreibe ich Euch – dass wenigstens Ihr unseren schrecklichen Tod rächt. So viele Menschen haben Gift, und trotzdem lassen sie zu, dass man sie wie Lämmer zur Schlachtbank führt, denn sie glauben noch immer an ein Wunder, das sie aus den Händen der Unterdrücker erretten wird. [...] Noch habe ich Hoffnung, dass Ihr Euch aus meinen Worten ein klares Bild von dem machen könnt, was wir bis zu unserem Tod durchgemacht haben. Und bei alledem bin ich sicher, dass ihr unser Leben nicht nachfühlen und nicht verstehen könnt, dass all das aus Euch herausgespült werden wird, wie ein Alptraum, und was ich damit überhaupt nicht will. Ich möchte, dass Ihr diese Briefe (es werden viele sein) zum Zeitpunkt der Entscheidung veröffentlicht, dass die Rache nicht geringer ausfalle als unsere Qualen.
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Reiner Text
Chulda [undatiert] Für Euch wird das unverständlich sein – dieser Brief, diese Wörter und die Bilder, die sie beschreiben, werden nicht in Euer Bewusstsein dringen. Und das wundert mich überhaupt nicht, da ja selbst ich, die ich mir dieser Dinge vollends bewusst bin, nicht in der Lage bin, eine solche Grausamkeit zu glauben. [...] Ich bin 23 Jahre alt und in meinem Herzen klafft seit eineinhalb Jahren dieser Schmerz, und doch würde ich gerne leben, um den Tod und die Qualen Igos zu rächen. Doch es ist nicht möglich. Und deshalb schreibe ich Euch – dass wenigstens Ihr unseren schrecklichen Tod rächt. So viele Menschen haben Gift, und trotzdem lassen sie zu, dass man sie wie Lämmer zur Schlachtbank führt, denn sie glauben noch immer an ein Wunder, das sie aus den Händen der Unterdrücker erretten wird. [...] Noch habe ich Hoffnung, dass Ihr Euch aus meinen Worten ein klares Bild von dem machen könnt, was wir bis zu unserem Tod durchgemacht haben. Und bei alledem bin ich sicher, dass ihr unser Leben nicht nachfühlen und nicht verstehen könnt, dass all das aus Euch herausgespült werden wird, wie ein Alptraum, und was ich damit überhaupt nicht will. Ich möchte, dass Ihr diese Briefe (es werden viele sein) zum Zeitpunkt der Entscheidung veröffentlicht, dass die Rache nicht geringer ausfalle als unsere Qualen.
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