An die Nachwelt

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19. Oktober 1943
Elchanan
Gedenket, beide, dessen, was Amalek‘ uns angetan hat. Gedenket, und vergesst es Euer ganzes Leben nicht, und gebt es als heiliges Testament an die kommenden Generationen weiter. Die Deutschen haben uns mit völliger innerer Ruhe getötet, geschlachtet, ermordet. Ich habe sie gesehen, ich haben neben ihnen gestanden, als sie viele Tausend Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge in den Tod schickten. Wie aßen sie ihr Frühstücksbrot, während sie zugleich unsere Märtyrer verlachten und verspotteten. Ich sah sie, als sie vom Tal des Todes zurückkehrten, von Kopf bis Fuß mit dem Blut unserer Geliebten verschmutzt [...] Wünscht ihnen nichts Gutes Euer Leben lang. Verflucht und verbannt seien sie und ihre Kinder und alle kommenden Generationen! Ich schreibe zu einer Zeit, in der viele zerschmetterte Seelen, viele Witwen und Waisen, viele Nackte und Hungernde meine Türe belagern mit der Bitte um unsere Hilfe. Ich habe keine Kraft, in mir ist Wüste und Leere, meine Seele ist entflohen und ich bin nackt und leer und kann kein Wort hervorbringen. Doch Ihr, meine Geliebten, blickt in mein Herz und Ihr werdet verstehen, was ich Euch in diesen Stunden sagen wollte und zu sagen begehrte.
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Elchanan 19. Oktober 1943 Gedenket, beide, dessen, was Amalek‘ uns angetan hat. Gedenket, und vergesst es Euer ganzes Leben nicht, und gebt es als heiliges Testament an die kommenden Generationen weiter. Die Deutschen haben uns mit völliger innerer Ruhe getötet, geschlachtet, ermordet. Ich habe sie gesehen, ich haben neben ihnen gestanden, als sie viele Tausend Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge in den Tod schickten. Wie aßen sie ihr Frühstücksbrot, während sie zugleich unsere Märtyrer verlachten und verspotteten. Ich sah sie, als sie vom Tal des Todes zurückkehrten, von Kopf bis Fuß mit dem Blut unserer Geliebten verschmutzt [...] Wünscht ihnen nichts Gutes Euer Leben lang. Verflucht und verbannt seien sie und ihre Kinder und alle kommenden Generationen! Ich schreibe zu einer Zeit, in der viele zerschmetterte Seelen, viele Witwen und Waisen, viele Nackte und Hungernde meine Türe belagern mit der Bitte um unsere Hilfe. Ich habe keine Kraft, in mir ist Wüste und Leere, meine Seele ist entflohen und ich bin nackt und leer und kann kein Wort hervorbringen. Doch Ihr, meine Geliebten, blickt in mein Herz und Ihr werdet verstehen, was ich Euch in diesen Stunden sagen wollte und zu sagen begehrte.
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